Kinder erwerben Sprache in erster Linie im familiären Umfeld. Zu Hause erleben sie Sprache im Alltag, in Gesprächen oder beim Spielen.

Der Dialekt ist für viele Familien ein selbstverständlicher Teil der Kommunikation und bietet Kindern emotionale Sicherheit. Wenn Eltern in ihrer vertrauten Sprache sprechen, erleben Kinder Sprache als etwas Natürliches und Positives. Das wiederum fördert die Sprechfreude, den Wortschatz und die Lautbildung. Dialekt ist daher kein Hindernis für die Sprachentwicklung, sondern eine wichtige Grundlage. Ebenso spielt die Schriftsprache eine zentrale Rolle für den späteren Bildungsweg. Sie ist die Sprache der Schule, der Bücher und der Medien. Eine sinnvolle Sprachförderung zu Hause bedeutet daher nicht, den Dialekt zu vermeiden, sondern ihn bewusst zu ergänzen. Im Alltag können Eltern die Schriftsprache einfließen lassen, indem sie gemeinsam ein Bilderbuch betrachten oder Reime, Lieder und Fingerspiele nutzen. Dadurch hören Kinder das Standarddeutsch und erweitern somit das Sprachverständnis. Kinder lernen mit der Zeit, zwischen Dialekt und Schriftsprache zu unterscheiden. Eine ausgewogene Sprachförderung zu Hause bedeutet daher, dass der Dialekt im Alltag gelebt werden kann, während die Schriftsprache bewusst angeboten wird.

“Kinder brauchen Zeit,

Raum und echte Gespräche,

um Sprache zu entwickeln.”

(Renate Zimmer)